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Ein Brief der Gründerin

 

Verständnis und Versöhnung waren schon immer wichtig für mich. Als gebürtige Polin habe ich Deutschland früh lieben gelernt und als mein zweites Zuhause angenommen. Meine positiven Erfahrungen mit diesem Land weckten in mir den Wunsch eine engere Verbindung zwischen Deutschland und Polen aufzubauen. Nach 10 Jahren Freiwilligenarbeit in Polen erkannte ich, dass mein Land keine weitere Hilfe mehr brauchte, aber ich war bereit, anderen meine Hilfe anzubieten.

Es war Zeit für ein Gemeinschaftsprojekt. Der beste Weg, um Leute kennen zu lernen führt über die gemeinsame Arbeit für eine gute Sache. Im Jahr 1995 entwickelten wir ein Projekt mit dem Ziel, den Transformationsprozess in den vier östlichen Nachbarländern Polens voranzutreiben. Kurz nach der Jahrtausendwende verwandelte sich dieses Projekt durch einen Zufall in ein Hilfsprogramm für Kinder in der Ukraine.

Während eines unserer vier Seminare für osteuropäische Journalisten in Warschau erzählte mir ein junger Mann aus Kiew von Straßenkindern in seiner Heimatstadt. Er selbst war in dieser Welt aufgewachsen. Zwei Monate später kam ich nach Kiew um diese Kinder zu sehen. Ihre grausamen Schicksale trafen mich tief. Ich werde nie vergessen, was ich dort gesehen habe und versprach den Kindern ein Haus, um dort zusammen wohnen zu können. Das war der Beginn von „Our Kids“ im Jahr 2001.

In den Folgejahren erlebte ich alles, was man sich vorstellen kann – unglaublich großzügige Hilfe und unsagbar gemeine Hindernisse. Es war ein harter Kampf aber letztendlich erhielt ich Unterstützung aus Deutschland, Polen und der Ukraine.

Wenn ich heute durch Polen und Deutschland reise, fühle ich mich zu allererst als Europäerin. Aus einer deutsch-polnischen Initiative wurde ein erfolgreiches europäisches Projekt. Was die ukrainischen Kinder angeht, wurde aus einer Vision Realität. Es hat gezeigt, dass zwei Nachbarn sich zusammenschließen und einem Dritten helfen können um eine bessere Welt für alle zu erschaffen.

Ich würde mich gerne aufrichtig bei allen bedanken, die mir geholfen haben, diesen Traum zu erfüllen. Ich bin nicht nur dankbar für die finanzielle und politische Hilfe, sondern auch für die Geduld, mit der sie trotz der vielen Rückschläge dieses Projekt treu verfolgt haben.

Bitte begleiten sie uns weiterhin mit ihren Ratschlägen und ihrer Hilfe. Sie ist für unsere Kinder von hohem Wert und wird schon bald Früchte tragen.

Mit den besten Wünschen,

Barbara-Maria Monheim